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Frische Ware aus dem Eismeer der Theke

Karl Decker verkauft Fische aus aller Welt / Die Renner kommen aus dem Salzwasser

 

Von Cornelia Schlecht (sb)  

Villingen-Schwenningen. Frische Fische

sind Karl Deckers Metier. Ob geräuchert,

in Soßen eingelegt oder frisch - er hat sie

alle an seinem Stand auf dem Schwen-

ninger Wochenmarkt.

Glubschäugig stieren dicke Karpfen

aus der gläsernen Theke hervor, neben

ihnen liegen Aale mit weit aufgerissenem

Maul und hinter der Theke steht der. dei  

die Fische an den Mann oder die Frau

bringt: Karl Decker. Mit blauer Mütze be-

hütet, auf deren Schild ein Angelhaken

steckt, der war in einem Aal drin, da

habe ich ihn gleich da drauf gesteckt,

preist er frischen Fisch an.

Viel muss er dazu eigentlich gar nicht

tun. Denn die Marktgänger in Schwen-

ningen kennen den Strahlemann hinten

der Theke schon gut. Heute empfehle

ich Ihnen das Seelachsfilet, das habe ich

ganz frisch bekommen. Die Kunden ver-

l

Ob Aal, ob Karpfen oder Felchen - Karl Decker verkauft sie alle an seinem Fischstand auf

dem Schwenninger Markt.                                       Foto: cos

 

trauen ihrem Fischverkäufer, der seit vier

Jahren den Markt beschickt und 20-jähri-

ge Erfahrung in der Gastronomie am Bo-

densee vorweisen kann.

 Fische aus allen Weltmeeren, ob vom

schwäbischen Bodensee oder vom Karibi-

schen Ozean, in Deckers Fischwagen lie-

ge sie alle, auf kühlendem Eis akkurat

nebeneinander: Steaks vom Moro Hai,

Meeresfrüchtecocktail,   Felchen   oder

Karpfen.

Der Renner unter den Schuppentieren

seien die Salzwasserfische. Loup de mer

und rosaroter Thunfisch liefen ganz

gut. Unter den Süßwasserfischen seien

Zander und Felchen am beliebtesten.

Auf die Frage, ob Decker selbst fischt,

antwortet er: Ja, Menschen. Und nach

dem verdutzten Blick seines Gegenübers

fügt er erklärend hinzu: lch bin Christ.

Das Christsein sei auch sein liebstes Hob-

by, wenn er nicht gerade hinter der Fisch-

theke steht.

Zeit für seine Frau und die beiden Kin-

der bleibe dem Fischverkäufer aus Meers-

burg, "der Perle vom Bodensee, trotz

Fische-Verkaufen  allemal.  "Ich fange

meist um vier Uhr in der Frühe an und

habe gegen zwei Feierabend. Da habe ich

viel Zeit für die Familie, mehr als man-

cher andere, erzählt er lächelnd und

greift mit seiner großen Zange nach dem

nächsten Lachs in dem Eismeer seiner

Theke, um ihn wenig später einer dank-

    baren Frau mit spendiertem Gewürz zu

    reichen.